
Wie wird die Diagnose gestellt?
Kurz zusammengefasst
- Alle Schwangeren ohne bekannten Diabetes bekommen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche einen Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten.
- Das kann ein zweistufiger Test sein: erst ein Vortest mit 50 Gramm Zucker, bei Auffälligkeit der 75-g-Test (oGTT).
- Beim oGTT reicht ein einziger Wert über dem Grenzwert für die Diagnose.
- Die Grenzwerte beim oGTT sind 92 mg/dl nüchtern, 180 mg/dl nach einer Stunde und 153 mg/dl nach zwei Stunden.
- Auch wenn dein Weg zur Diagnose anders war: Das kommt vor und ist kein Grund zur Sorge.
- Welche Testform wird bei mir gemacht und was muss ich vorher beachten?
- Wann bekomme ich das Ergebnis und wie geht es danach weiter?
- Was bedeutet es für mich, wenn nur ein Wert auffällig war?
Wenn dein Test auffällig war, geht dir sicher vieles durch den Kopf. Hier erfährst du, wie die Untersuchung abläuft, warum ein einziger Wert reicht und was die Zahlen bedeuten.
Wer getestet wird und wann
Seit 2012 gehört ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes zu den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Er wird allen Schwangeren angeboten, die nicht schon einen bekannten Diabetes haben, in der Regel zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche. Man testet bewusst alle Frauen, weil sich Schwangerschaftsdiabetes nicht zuverlässig an Risikofaktoren erkennen lässt. Würde man nur Frauen mit Risikofaktoren testen, würde ein großer Teil der Fälle übersehen.
Wenn bei dir ein erhöhtes Risiko besteht, etwa durch einen Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft, wird der Test manchmal schon früher gemacht.
Quelle (Screening): Gemeinsamer Bundesausschuss, Mutterschafts-Richtlinien (Aufnahme des Screenings auf Gestationsdiabetes), zusammengefasst in: AWMF-S3-Leitlinie „Gestationsdiabetes mellitus (GDM)", Registernummer 057-008, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-008
Stufe 1: der Vortest mit 50 Gramm
Für den Vortest musst du nicht nüchtern sein. Du trinkst eine Lösung mit 50 Gramm Zucker, nach einer Stunde wird dein Blutzucker gemessen. Liegt der Wert unter 135 mg/dl (7,5 mmol/l), ist der Test unauffällig und du bist fertig. Liegt er darüber, folgt der ausführliche Test. Ein auffälliger Vortest heißt noch nicht, dass du Schwangerschaftsdiabetes hast. Er ist nur der Anlass für den genaueren Test.
Stufe 2: der Zuckerbelastungstest (oGTT)
Der oGTT (oraler Glukosetoleranztest) ist der Test, der die Diagnose klärt. Du kommst nüchtern, also nach mindestens acht Stunden ohne Essen und bekommst zuerst Blut abgenommen. Danach trinkst du eine Lösung mit 75 Gramm Zucker. Nach einer und nach zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen. Zwischendurch sitzt du ruhig in der Praxis.
Ein Schwangerschaftsdiabetes liegt vor, wenn mindestens einer der folgenden Werte erreicht oder überschritten wird:
- nüchtern: 92 mg/dl (5,1 mmol/l)
- nach einer Stunde: 180 mg/dl (10,0 mmol/l)
- nach zwei Stunden: 153 mg/dl (8,5 mmol/l)
Quelle (Grenzwerte): AWMF-S3-Leitlinie „Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge", Registernummer 057-008, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-008
Warum ein einziger Wert reicht
Das wirkt im ersten Moment streng. Es hat einen guten Grund: Die Grenzwerte beruhen auf großen Studien, die gezeigt haben, dass schon leicht erhöhte Werte das Risiko für Komplikationen verändern können. Je früher man das erkennt, desto besser lässt es sich mit Ernährung, Bewegung und bei Bedarf Insulin ausgleichen.
Diese Grenzwerte gelten nur für die Diagnose. Sie sind höher als die Zielwerte, an denen du dich später bei deinen täglichen Messungen orientierst. Der Zuckertest ist eine Belastung für den Körper, deshalb gelten dort andere Grenzen.
Der Test ist anstrengend, das darf er sein
Der Zuckertest ist für viele unangenehm: nüchtern kommen, eine sehr süße Lösung trinken, danach lange sitzen und warten. Manchen wird davon übel oder schwindelig. Plane Zeit ein, nimm etwas zu lesen mit und bitte jemanden, dich zu begleiten, wenn du dich nicht sicher fühlst. Wenn dir während des Tests sehr schlecht wird, sag es sofort dem Praxisteam.
Wie es nach dem Test weitergeht
Wenn die Diagnose feststeht, bekommst du in der Regel zeitnah einen Termin in einer diabetologischen Praxis. Dort lernst du, wie du deinen Blutzucker misst, bekommst eine Ernährungsberatung und erfährst, welche Zielwerte für dich gelten. Das ist der Moment, in dem sich vieles sortiert. Du musst das nicht alleine herausfinden, wir von Glukomama sind für dich da.
Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.