
Geburt bei Schwangerschaftsdiabetes
Kurz zusammengefasst
- Schwangerschaftsdiabetes bedeutet nicht automatisch einen Kaiserschnitt. Die meisten Frauen mit gut eingestellten Werten können normal entbinden.
- Gegen Ende der Schwangerschaft wird das Wachstum deines Babys per Ultraschall genauer beobachtet.
- Bei insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes wird meist eine Einleitung ab der 40. Woche besprochen. Entscheiden kannst du gemeinsam mit deiner Praxis und der Klinik.
- Dein Baby wird nach der Geburt routinemäßig auf seinen Blutzucker kontrolliert. Das ist üblich und meist unkompliziert.
- Du darfst Fragen stellen und Wünsche äußern, auch bei der Geburtsplanung.
- Wie sieht der Plan für die Geburt bei mir aus?
- Ab wann wird über eine Einleitung gesprochen?
- Wie wird mein Baby nach der Geburt kontrolliert?
Die Geburt ist für viele Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes die größte Frage. Wird es anders? Muss ich in die Klinik? Wird mein Baby größer? Hier findest du die wichtigsten Antworten und einen Überblick, was dich erwarten kann.
Normale Geburt oder Kaiserschnitt?
Ein Schwangerschaftsdiabetes allein ist kein Grund für einen Kaiserschnitt. Ein Kaiserschnitt wird bei geburtshilflichen Gründen empfohlen, oder wenn das Baby voraussichtlich sehr groß wird, etwa mit einem geschätzten Gewicht ab 4.500 Gramm. Dann steigt das Risiko, dass die Schulter des Babys bei der Geburt stecken bleibt. Die meisten Frauen mit gut eingestellten Werten können ganz normal entbinden.
Zusätzliche Kontrollen am Ende
Bei Schwangerschaftsdiabetes kann dein Baby manchmal schneller wachsen. Man nennt das Makrosomie. Deshalb wird das Wachstum im letzten Schwangerschaftsdrittel meist alle zwei bis drei Wochen per Ultraschall kontrolliert, vor allem am Bauchumfang. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme. Gut eingestellte Blutzuckerwerte senken das Risiko für ein deutlich größeres Baby.
Geburtstermin und Einleitung
Ob und wann eine Einleitung sinnvoll ist, hängt von deinen Werten, dem geschätzten Gewicht deines Babys und dem Verlauf deiner Schwangerschaft ab. Bei gut eingestelltem, insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes wird meist eine Einleitung ab der 40. Woche empfohlen. Eine Einleitung früher als in der 40. Woche wird eher vermieden, weil sie für das Baby eigene Risiken hat. Wenn du nur mit Ernährung gut eingestellt bist, wird das individuell mit dir besprochen. Eine Einleitung ist ein Angebot und kein Muss. Du entscheidest gemeinsam mit deiner Praxis und der Klinik.
Quelle (Geburt): AWMF-S3-Leitlinie „Gestationsdiabetes mellitus (GDM), Diagnostik, Therapie und Nachsorge", Registernummer 057-008, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/057-008; diabinfo.de, „Gestationsdiabetes: Häufige Fragen", https://www.diabinfo.de/fachkreise/info-ecke/faqs/schwangerschaft.html
Wo du entbinden solltest
Bei insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes wird meist zu einer Geburt in einer Klinik geraten, an die eine Kinderklinik angeschlossen ist. So kann dein Baby bei Bedarf direkt versorgt werden. Wie es bei dir aussieht, besprichst du mit deiner Gynäkolog:in und deiner Hebamme.
Dein Baby nach der Geburt
Dein Baby hat im Bauch vielleicht mehr Zucker bekommen und deshalb selbst mehr Insulin gebildet. Nach der Geburt fällt der Zuckernachschub weg. Dann kann der Blutzucker deines Babys kurz absinken. Darum wird er in den ersten Stunden mehrmals gemessen, typischerweise nach etwa 1, 3 und 12 Stunden. Meist hilft frühes Stillen oder eine kleine Zusatznahrung. Das ist Routine und in der Regel kein Grund zur Sorge.
Deine Werte während der Geburt
Auch du wirst unter der Geburt gemessen. Bei insulinpflichtigem Schwangerschaftsdiabetes wird der Blutzucker eng beobachtet und bei Bedarf ausgeglichen. Das Insulin wird nach der Geburt meist direkt abgesetzt.
Wenn du aufgeregt bist
Es ist völlig normal, dass dir vor der Geburt viele Gedanken durch den Kopf gehen. Manche Frauen fürchten, dass sie wegen der Diagnose weniger Mitbestimmung haben. Das stimmt nicht: Du darfst Fragen stellen, Wünsche äußern und dir Zeit für Entscheidungen nehmen. Ein schriftlicher Geburtsplan oder ein paar Stichpunkte auf dem Handy helfen dir, im Kreißsaal nichts zu vergessen.
Für dein Geburtsgespräch
- Frag nach dem Plan für Messungen und Insulin unter der Geburt.
- Frag, wie dein Baby nach der Geburt überwacht wird.
- Besprich Wünsche zum ersten Anlegen und zum Stillen.
- Du darfst jederzeit nachfragen und nein sagen.
Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.