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Reisen

Auslandsreise: Auf Sprache & Notfälle vorbereitet sein

4 Min. Lesezeit
Kurz zusammengefasst
  • Im Ausland kommt zur Diagnose oft die Sprachbarriere dazu. Mit etwas Vorbereitung lässt sich das gut auffangen.
  • Ein kleiner Spickzettel mit den wichtigsten Begriffen und eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung helfen im Ernstfall.
  • Informiere dich vorab über Notrufnummer, Klinik und Apotheke am Zielort.
  • Eine Auslandskrankenversicherung mit Schwangerschaft ist sinnvoll. Kläre vorher, was sie abdeckt.
  • Nimm mehr Vorrat mit, als du brauchst und verteile ihn auf zwei Taschen.
Fragen für dein nächstes Gespräch
  • Bekomme ich eine mehrsprachige Bescheinigung?
  • Welche Vorräte soll ich mitnehmen?
  • Was muss ich bei der Krankenversicherung beachten?

Im Ausland fühlt sich vieles unsicher an, vor allem, wenn du etwas Wichtiges erklären musst und die Worte fehlen. Das ist kein Grund, auf die Reise zu verzichten. Eine gute Vorbereitung gibt dir Ruhe.

Die wichtigsten Begriffe dabeihaben

Ein kleiner Spickzettel mit den wichtigsten Begriffen in der Landessprache kann im Ernstfall helfen, dich schnell verständlich zu machen. Dazu gehören zum Beispiel: Ich bin schwanger. Ich habe Schwangerschaftsdiabetes. Ich spritze Insulin. Ich brauche Zucker. Ich brauche einen Arzt. Wenn dein Englisch oder das der Menschen vor Ort gerade nicht reicht, ist das Gold wert. Auch Übersetzungs-Apps auf dem Smartphone können helfen.

Bescheinigungen für Messgerät und Insulin

Eine mehrsprachige ärztliche Bescheinigung lohnt sich besonders bei Flugreisen. Sie sollte deinen Namen, die Diagnose, die benötigten Medikamente und Hilfsmittel und den Hinweis enthalten, dass du sie im Handgepäck brauchst. Sie erspart dir Diskussionen am Sicherheitscheck und ist schnell bei deiner diabetologischen Praxis oder deiner Ärzt:in zu bekommen.

Quelle (Reisen mit Diabetes): Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin, Patienteninformation „Diabetes und Reisen", https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/diabetes-und-reisen; diabetesDE, „Reisen mit Diabetes", https://www.diabetesde.org/reisen-menschen-diabetes

Gesundheitssystem am Zielort kennen

Informiere dich vorab, wie du im Notfall Hilfe bekommst. Schreib dir die lokale Notrufnummer auf, in der EU ist das die 112. Schau, wo die nächste Klinik und eine Apotheke zu deiner Unterkunft liegen. Frag auch, ob deine Unterkunft einen Kühlschrank hat, damit du dein Insulin kühl lagern kannst.

Versicherung und Unterlagen

Eine Auslandskrankenversicherung ist bei Diabetes empfehlenswert. Kläre vorab, ob Schwangerschaft und bestehende Erkrankungen abgedeckt sind. Nimm die Versicherungsunterlagen, deine Krankenversichertenkarte oder die Europäische Krankenversicherungskarte und die ärztliche Bescheinigung mit. Lege Kopien an und lade Fotos davon auf dein Smartphone.

Vorrat und Notfallset

Packe von allem mehr ein, als du eigentlich brauchst: Messgerät, Teststreifen, Insulin, Nadeln, Traubenzucker. Verteile alles zweimal, einmal im Handgepäck und einmal in einer zweiten Tasche, falls etwas verloren geht.

Was du in der Landessprache aufschreiben kannst

Neben den Grundsätzen lohnt sich eine kurze Liste mit Dingen, die ein:e Ärzt:in oder Apotheker:in vor Ort schnell wissen muss: Wie weit du in der Schwangerschaft bist, welche Medikamente du nimmst, ob du Allergien hast und wie dein Insulin heißt. Bei Insulin ist der Handelsname wichtig, weil er im Ausland oft anders lautet. Notiere dir zusätzlich den Wirkstoff und lass dir von deiner Praxis die internationale Bezeichnung nennen. Ein Foto des Medikamentenplans auf dem Handy reicht oft schon.

Wenn du in der Apotheke Nachschub brauchst

Falls dir unterwegs Teststreifen, Nadeln oder Insulin ausgehen, hilft ein Besuch in einer Apotheke. In vielen Ländern bekommst du Insulin nur mit Rezept. Eine ärztliche Bescheinigung mit dem Wirkstoff kann dir hier den Weg ebnen. Frage vor der Reise in deiner Praxis nach, was sie dir für diesen Fall mitgeben kann und plane lieber großzügig, als vor Ort suchen zu müssen.

Wenn dich Sorgen begleiten

Es ist normal, dass du dich vor einer Auslandsreise gerade mit Diagnose unsicher fühlst. Das heißt nicht, dass du die Reise absagen musst. Vielleicht hilft ein Ziel in der Nähe, mit guter medizinischer Versorgung und kurzer Rückreise. Wähle das, was sich für dich stimmig anfühlt und lass dich nicht zu etwas drängen, was dich anspannt.

Digitale Hilfen

Speichere wichtige Informationen offline auf dem Handy, denn nicht überall hast du Empfang. Dazu gehören die Kontaktdaten deiner Praxis, die Bescheinigung als Foto und die Notrufnummer. Eine Übersetzungs-App mit heruntergeladenem Sprachpaket funktioniert auch ohne Internet.

Ruhig bleiben

Mit guter Vorbereitung ist ein Notfall im Ausland selten. Und falls doch: Du bist nicht allein und dein Spickzettel, deine Bescheinigung und deine Notrufnummer sind dabei.

Sprich bei allen Fragen und Unsicherheiten mit deiner Gynäkolog:in, Hebamme oder diabetologischen Praxis. Sie kennen deine persönliche Situation.